Azubis des Verpackungsspezialisten Bischof+Klein bearbeiten Aufgaben aus dem Lehrplan per Tablet. Das spart Zeit bei der Wissensvermittlung und macht sie fit für digitale Arbeitsweisen im Beruf.
Lengerich. Firat-Can Sagnak, Nick Bitner und Kubat Adam sind angehende Packmitteltechnologen. Als aktiv ihren Ausbildungsbetrieb besucht, beschäftigen sie sich gerade mit einer Aufgabe, die sie übers Tablet bekommen haben: In vorgeschriebener Zeit sollen die drei jungen Männer Blockbodenbeutel aus Papier von Hand herstellen. Und zwar einschließlich der Berechnung der exakt einzuhaltenden Maße, der Materialauswahl und so fort.
Das ist nur eine von vielen der Aufgaben, die die Azubis bei Bischof+Klein (B+K) bis zur Zwischenprüfung beherrschen müssen. Um ihr Lernen möglichst gut zu fördern, geht B+K in Lengerich neue Wege: Der Spezialist für flexible Verpackungen mit weltweit rund 2.700 Beschäftigten setzt in einem Pilotprojekt auf die E-Learning-Plattform „Mobile Learning in Smart Factories“ (MLS). Unterstützt wird er dabei auch vom Arbeitgeberverband HPV.
Für die Arbeit auf der Lernplattform stellt B+K den Azubis Tablets zur Verfügung – letztlich wohl das wichtigste Handwerkszeug im 21. Jahrhundert. Ausbilder Sebastian Rahe erklärt die Vorteile so: „Per Tablet können sie das komplette Lehrmaterial einsehen, orts- und zeitunabhängig lernen, mit mir und anderen kommunizieren, neue Aufgaben erhalten – und Feedback bekommen, wie sie diese gemeistert haben.“
Azubi Sagnak ist begeistert von diesen Möglichkeiten: „Man sieht schnell, ob man die gestellte Aufgabe in der vorgeschriebenen Zeit schafft und wo man noch nachlegen muss“, sagt der 26-Jährige. Inzwischen hat er sich selbst so ein Gerät für den privaten Gebrauch gekauft. „Bisher war mir das zu teuer, aber jetzt weiß ich, wie vielseitig man es einsetzen kann. Und es macht Spaß.“
Digitalkompetenz wird immer mehr zu einer Schlüsselkompetenz
Rebekka Skubinn, Head of Global HR
Diese Begeisterung freut Dr. Rebekka Skubinn, Head of Global HR bei B+K. „Digitalkompetenz wird immer mehr zu einer Schlüsselkompetenz für die Beschäftigten“, betont sie, „denn die Arbeitswelt wird in allen Bereichen digitaler – also auch in der Produktion.“ Über die E-Learning-Plattform wolle man die Azubis noch besser auf diese digitale Welt vorbereiten.
Der Arbeitgeberverband HPV hat auf der MLS-Plattform 36 Aufgaben speziell für Packmitteltechnologen hinterlegt. Die Aufgaben orientieren sich an den Inhalten der Ausbildungshandbücher: „Sie sind für das erste Ausbildungsjahr als Inspiration und Starthilfe gedacht“, erklärt Dr. Erik Wölm, der sich beim HPV ums Thema Berufsbildung kümmert.
Im Prinzip steht die Sache allen Firmen offen. Nach einem kostenlosen Testzugang können interessierte Unternehmen pro Azubi eine Lizenz der Plattform erwerben, die dann für die Dauer der Ausbildung gültig ist.
Für B+K-Ausbilder Rahe eine lohnende Investition, die er sehr empfiehlt: „Über das System lassen sich die fertigen Arbeiten leichter und schneller kontrollieren. Ich spare so Zeit, die den Azubis für betreuende Gespräche übers Tablet oder auch persönlich zugute kommt.“
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